Was die Presse so schreibt?!

WP vom 19.04.2018

Die Premiere „Mordsspaß im Musikantenstall“ begeistert das Publikum im Jugendzentrum Schwelm. Ensemble steht am Freitag erneut auf der Bühne.

 

Einen „Mordsspaß im Musikantenstall“ (Krimi-Persiflage von Tina Segler) oder besser: Im vollbesetzten Jugendzentrum überzeugte das Theaterensemble „Scusi?!“, das vor mehr als 30 Jahren aus einem Kindertheaterkursus entstanden war und noch viele Mitglieder der ersten Stunde hat, bei ihrer jährlichen Premierenvorstellung das Publikum.

 

Im Frühjahr soll bereits die Weihnachtfolge der beliebten Fernsehsendung „Der Musikantenstall“ mit dem Traumpaar Moni (Kerstin Heumann-Wasserkamp) und Matti (Enzo L. Caruso) aufgezeichnet werden. Die beiden waren auch für die ausgezeichnete Regiearbeit des Theaterstücks verantwortlich. Sie verrieten: „Sofort beim Lesen des Stücks war uns klar: Da kann man viel raus machen. Wir haben viel umgearbeitet. Zumal wir auch einen Männernotstand im Ensemble haben.“ Die Begeisterung des Publikums, die spontanen Lacher und der Applaus zeigten,

dass sie mit ihrer Inszenierung ins Schwarze getroffen haben.

 

Spontan Freiwilligen gefunden

 

Das Publikum ging richtig mit und die gute Stimmung schaukelte sich gegenseitig hoch. „Sie haben uns zu Höchstleistung getrieben“, hieß es seitens des Ensembles und seitens des Publikums hörte man die Frage: „Sind das wirklich alles Laienschauspieler?“ Gleich von der ersten Minute an wurde das Publikum miteinbezogen und in die Aufzeichnungsatmosphäre versetzt. Die Regieassistentin Steffi (Christina Fischer) heizte mit „Applaus“-Schildern und coolen Sprüchen das gespannt wartende Theaterpublikum an. Ehe man sich versah, war man bereits Bestandteil des Theaterstücks. Wie beiläufig fand das Ensemble einen Freiwilligen. Thomas Zöllner, der Fotograf der Band Treibsand, der nicht damit gerechnet hatte, nach dem scherzhaften Intermezzo später noch eine tragende Rolle (eine Leiter musste auf die Bühne gebracht werden) zu übernehmen. So wurde auch gleich das Geheimnis gelüftet, wie es fernsehgerecht schneit. Zöllner nach seinem spontanen Auftritt: „Das war mal etwas Neues, auf der Bühne zu stehen. Hat sich gut angefühlt. Ich hatte gar keine Zeit für Übelkeit.“

 

Stammgäste bei jeder Premiere

 

Daneben erhielt das Schwelmer Publikum Einblick in die Intrigen und Machenschaften hinter dem Musikantenstall und das harte Leben der Musiker. Nicht nur familiäre und gesundheitliche Probleme kamen ans Tageslicht, auch berufliche Aspekte wurden beleuchtet, und was einer Karriere an sich dienlich sein solle. Die Regisseurin Hanne (Anne Schön) hatte diverse Alkoholverstecke in dem liebevoll gestalteten Bühnenbild mit geschmückten Weihnachtsbaum.

 

Rasant und witzig entwickelte sich die Geschichte. Dabei blieb immer noch genug Zeit für stimmungsvolle Musikeinlagen, die teilweise live gesungen wurden.

 

Aufwendiger gestaltete Lieder wurden – wie wohl auch in der Realität – mittels Vollplayback dem Publikum serviert. Kein Klischee wurde ausgelassen, so dass mehr oder weniger jeder der Anwesenden einen Grund für einen Mord an dem Produzenten Harry (Andreas Merken) gehabt hätte.

 

Wer sich in der volkstümlichen Musikszene ein bisschen auskannte, der hatte seinen doppelten Spaß, wenn er die liebevollen Details der Figuren entdeckte. So trugen die beiden Schwägerinnen Mia und Tine Brandenburg zu ihren gewagten Dirndln süße weiße Pudelhandtaschen. Eine Hommage an die Jacob Sisters. Das aufstrebende Schlagersternchen Helene Hirscher (Jessica Bodenstein) und der fesche Sänger André Gabel (Markus Roscher) in Krachlederner durften auch nicht fehlen.

 

Die Schwelmerin Ursel Quabeck gestand: „Wir kommen schon seit Jahren zur Premiere. Hier stehen Menschen auf der Bühne. Das ist live. Dieses Engagement muss man einfach unterstützen. Wir sind wieder begeistert.“ Passend gekleidet zum Stück erschien auch der ehemalige Scusianer (jetzt Leo-Theater) Peter Hartwig, der als Nachrichtensprecher aus dem Off zu hören war. Das Ensemble versprach: „Der Schönste, der demnächst stilecht gekleidet kommt darf sich auf eine Überraschung freuen.“

 

Die ausgelassene Stimmung im Saal hätte nicht besser sein können. Das Publikum war aus dem Häuschen, es stand und feierte ausgelassen.

 

Text und Foto: HB




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